Karate Do - Der Weg der "leeren Hand"

 

Wer das Ziel hat
 den Gipfel eines Berges schnell zu erreichen,

der muss bemüht sein sehr langsam zu
gehen.

 

 

Warum Karate?

 

Karatetraining bezieht den gesamten Körper mit ein. Geschult wird die Atmung, der Wechsel von Spannung und Entspannung, Gleichgewichtssinn und Koordination.

Dadurch, dass die Bewegungsformen völlig neu sind, formen und fördern sie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Konzentration sowie Strategiedenken.

Das Ziel besteht in der Einheit von körperlicher und geistiger Aktivität.

 

 

Karate Do – Charakterbildung in der Kampfkunst

 

"Auch der längste Weg (Do) beginnt mit einem ersten Schritt", besagt eine alte chinesische Weisheit. So auch im Karate, was übersetzt in etwa „Leere Hand“ bedeutet.

Es ist eine Reise in die „Innere und äußere Welt“, in der man Körper und Geist gleichsam schult. Seinen Körper zu beherrschen, den Willen aufzubringen immer das Beste zu geben ist eine Herausforderung die es gilt täglich zu erneuern. Und das nicht nur im Training. Nein, dieses „Üben der elementaren Basis“ (Kihon) überträgt sich auch auf den Alltag außerhalb des Dojos (Trainingsraum).

Mit der Zeit lernt man sich besser zu kontrollieren, den Partner oder Gegner einzuschätzen und zu respektieren. Durch viel Übung gewinnt man die Erkenntnis, dass man etwas schaffen kann, wenn man die entsprechende Leistung dahinter aufbringt.

 

Trainiert wird unter Anleitung des Meisters (Sensei) alleine und mit Partner. Tausende Male werden die Bewegungen einstudiert, bevor man in Kämpfen (Kumite) mit dem Partner sein erworbenes Wissen ausprobieren kann. Der eigentliche Gegner ist man aber immer selbst. Ungeduld, Trägheit, Unwissen, Angst. All diese und viele weitere „Schwächen“ des Charakters werden entdeckt, geformt und immer wieder auf die Probe gestellt.

„Den menschlichen Charakter zu perfektionieren“, so beschreibt der Urvater des modernen Karate Gichin Funakoshi das Leitziel des Karate Do.

Zwar ist man zu Beginn in Jugendjahren einige Jahre in der Lage an Wettkämpfen teilzunehmen und sich mit Anderen zu messen, doch der "Weg" endet hier nicht.

Im Gegenteil - eigentlich fängt er danach erst richtig an. Aus Kampfsport wird Kampfkunst. Letztlich wird der Kampf immer bedeutungsloser. Man sagt, der beste und klügste Kämpfer ist derjenige, der einen Sieg davonträgt ohne gekämpft zu haben. Ein Widerspruch?
Nein, mit List und Intelligenz zu kämpfen kann einen Gegner dazu bringen vom Kampf abzulassen oder überlistet zu werden. So ist man zwar in der Lage sich im Notfall zu verteidigen, startet jedoch niemals einen ersten Angriff. Auch das stellt ein Grundprinzip des Karate dar.

 

Es gibt keinen ersten Angriff und es gibt nur ein Karate

Gichin Funakoshi

 

Das Shotokan Karate steht auf den drei Pfeilern Kihon, Kata und Kumite:



  • Kihon, die Grundschule ist notwendig zum Erlernen und Verfeinern der Techniken.

 

  • Kata, eine ausdrucksstarke Form, die erlernten Techniken im fiktiven Mehrkampf zur Anwendung zu bringen.

 

  • Kumite (Kampf), der im traditionellen Karate nur mit leichtem Kontakt ausgeführt wird.
    Dieses erfordert hohe Präzision und höchste Anforderung an Körperbeherrschung und Kondition.

Entstehung des Karate und der Kampfkunst

Die Legende

 

Die Legende berichtet von der indischen Kriegerkaste „Kshatriya“ und der Kampfkunst Kalarippayat. Der Ursprung dieser Form des Kämpfens begann vermutlich vor 6000 Jahren und war waffenlos.

Der aus dieser Kaste stammende buddhistische Mönch Bodhidharma, ausgebildet in der Kampfkunst Kalarippayat, konnte so im 6. Jahrhundert auf seinen Pilgerreisen im Kloster Shao-Lin (China) sein Wissen über ein daraus abgeleitetes „Körperertüchtigung-System“ weiter geben. Die Mönche, die dort lebten waren zu schwach, um die schweren körperlichen Anforderungen zu meistern. Mit der Zeit wurden sie nun immer stärker und zu gefürchteten Meistern der Kampfkunst Kung Fu.

 

Daraus begründeten sich die ersten Formen des heutigen chinesischen Kung Fu (Shaolin Quánfǎ), von dem es inzwischen ca. 600 bekannte Stilrichtungen gibt. Man beobachtete die Tiere und sah sich dort Bewegungsmuster ab, die in die Stile großen Einfluss nahmen.

 

Erst im 14. Jahrhundert erreichte diese Kampfkunst die Insel Okinawa, die erst im 19. Jahrhundert zu Japan gehörte, durch chinesische Reisende. Gefördert wurde hier die Entwicklung des Karate durch das Verbot des Königs Sho Shin (1416), später durch japanische Feudalherren, Waffen zu tragen. Dies war nur den Samurai gestattet. Karate war stets eine sehr geheime Kunst, die nur in Familien oder von Meistern zu Schülern weiter gegeben wurde, daher sind sichere Quellen nur bis ins 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen.

 

Nach Japan gelangte Karate erst im 19. Jahrhundert. Viele der Meister entwickelten hier eigene Stilrichtungen und Interpretationen dieser Kunst von denen die meisten unbekannt sein dürften, da es keine Aufzeichnungen gibt.

 

Ursprünge

 

Die ersten Kampftechniken in Okinawa wurden unter dem Namen To-de zusammengefasst (To-de = Technik der T´ang Dynastie, oder Technik aus China).

 

Aus diesen Techniken und dem chinesischen Quánfǎ entwickelte sich Okinawa-te, ein reines Selbstverteidigungs-System, aus welchem im 20. Jahrhundert die verschiedenen Stilrichtungen des Karate hervorgingen.